„Der hier, Raffael ist’s…“

Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 19.30 Uhr im Kolpinghaus Kleve
Vortrag mit Ulrich Forster aus Köln
„Der hier, Raffael ist’s . . .“
Bildervortrag aus Anlass des 500. Todesjahrs von Raffael
Anmeldeschluss: Sonntag, 18. Oktober 2020

Dieser Vortrag von Herrn Forster war für den Mai vorgesehen. Da der für Oktober eigentlich geplante Vortrag über Winckelmann wegen einer Operation des Referenten entfallen muss, konnten wir Herrn Forster kurzfristig für eine Neuansetzung gewinnen.

„Als jüngster der drei „Heroen der Hochrenaissance“ nach Leonardo (1452 – 1519) und Michelangelo (1475 – 1564) im Jahr 1483 in Urbino geboren, wird Raffael nach einer ersten Ausbildung in seiner Heimatstadt um 1500 in die Werkstatt des damals hoch berühmten und erfolgreichen Pietro Perugino eintreten. Der Vortrag wird aufzeigen, wie der junge Hochbegabte zunächst ganz den Stil und die Ideale seines Meisters aufsaugen wird und sich schon bald darum bemüht, diesen mit Neuerungen und Verfeinerungen zu übertreffen.

Geradezu dramatisch aber wird er seinen Stil verändern, als er in Florenz die neuesten malerischen Entwicklungen bei Leonardo und Michelangelo wahrnimmt. Eindrucksvoll ist zu sehen, wie rasch und radikal Raffael daraufhin neue Wege geht, ganz offenbar im Bemühen, sich das Beste aus den widerstreitenden Ansätzen zunutze zu machen. Wenige Jahre später wird er in Rom auf Augenhöhe und in direkter, oft scharf ausgefochtener Konkurrenz mit Michelangelo um den Ruhm „des größten aller Maler“ ringen.

Wie schon zuletzt in meinem Vortrag über das malerische Schaffen Leonardos will ich den Versuch unternehmen, Raffaels künstlerische Anliegen und seine besonderen Qualitäten aus der Betrachtung seiner eigenen künstlerischen Entwicklung und im Vergleich zu den Werken seiner Zeitgenossen nachvollziehbar zu machen.

«Ille hic est Raphael timuit quo sospite vinci / rerum magna parens et moriente mori»

«Der hier: Raffael ist’s, der die Schöpfernatur, da er lebte, / fürchten ließ seinen Sieg, und da er starb, ihren Tod.»

Aufschrift auf Raffaels Grab im Pantheon in Rom